027 Vernichtung der Schleimquelle

Bericht zur Vernichtung der Schleimquelle

Expedition, aufgebrochen am Vierten Tag des Fruhltids 1654 in die Dämonenreißerklippen.

 

Teilgenommen hatten:

Hendryk, Verfasser dieser Zeilen

Fo, dessen Heilung uns aus den brenzligsten Situationen geholfen hat

Kerristrix, dessen magische Tricks unsere Taktiken erst ermöglichten

Ezuri, der in Tiergestalt unsere Gegner dezimierte

Adria, Tochter des Toshar

 

Hintergrund

Der Schleim in den Dämonenreißerklippen bleibt ein großes Problem; Abgesehen von der Gefahr beim Durchqueren dieses Gebietes scheint sich dieses Gift langsam gen Norden auszubreiten (vermutlich auch in andere Richtungen, wohin die Wildlanzen bis jetzt nicht vorgedrungen sind), und bedroht auch die Wildnis des Hornwaldes, die der Kolonie als Nahrung und Holzquelle in Zukunft dienen soll. Laut Ihrer Geistlichkeit Mutter Brehm gibt es zwar ein Ritual, um das Land zu reinigen, dies ergibt jedoch wenig Sinn, solange die Quelle des Schleims bestehen bleibt und die Korruption von Neuem beginnt. Daher machten wir uns auf, um die Quelle zu lokalisieren und, sofern möglich, zu zerstören. Der ehemalige Magister Felandovar hatte mit einem Ritual einen ungefähren Ort eruieren können, und obwohl wir uns nicht auf diese Informationen verlassen wollten, war es doch ein erster Anhaltspunkt.

Weiters sprach das Wesen Hadana von einem Ritual der Fischd√§monen, das die ganze Kolonie gef√§hrdet. Auch wenn wir Hadana nicht vollkommen vertrauen, scheint diese Gefahr zu gro√ü, um sie aus der Hand zu weisen, weshalb wir bei dieser Gelegenheit auch mit Hadana kommunizieren wollten, um weitere Details, die wir √ľberpr√ľfen k√∂nnten, zu erfahren.

Die Expedition

Vor unserem Aufbruch suchten wir noch kurz eine Audienz bei Ihrer Geistlichkeit Mutter Brehm, da wir nicht wussten, wie wir die Quelle zerst√∂ren sollten. Ihre Geistlichkeit √ľbergab uns ein Relikt der Natur, das wir an die Quelle dr√ľcken sollten, die tats√§chliche Zerst√∂rung w√ľrde allerdings Schwester Adria √ľbernehmen m√ľssen. Schlie√ülich handelte es sich bei der Quelle zweifelsohne um ein m√§chtiges Relikt der G√∂tter, das wiederum nur durch die Macht der G√∂tter zerst√∂rt werden k√∂nnen. Nur die Macht des Sturmlords, durch Schwester Adria, k√∂nne dies bewirken.

Am ersten Tag reisten wir bis zum s√ľdlichen Wachturm, wo uns die Soldaten der Kolonie freundlich empfingen und uns dort √ľbernachten lie√üen, ehe wir am n√§chsten Tag uns auf den Weg durch den Hornwald machten. Unsere schlimmsten Bef√ľrchtungen wurden allerdings wahr: Obwohl die B√§ume noch nicht sonderlich krank wirkten, war der Wald unnat√ľrlich still und wir fanden keinerlei Spuren von den vielen Waldtieren, die hier noch vor kurzer Zeit so zahlreich vorhanden waren.

√úber unsere weitere Reise durch den Wald m√∂chte ich nicht allzu viele Worte verlieren, andere Expeditionen haben dieses Gebiet schon ausreichend abgedeckt. Wir erreichten das Gebiet, wo der halbwegs gesunde Wald in eine komplett abgestorbene Ebene √ľbergeht, ohne Probleme. Nur in der letzten Nacht machte sich ein kleines Waldtier √ľber unsere Vorr√§te her, welches aber mit Ezuris Geschick geb√§ndigt werden konnte.

In der Ebene herrschte schlechtes Wetter mit leichtem Nebel, vor allem in den tieferen Gebieten, und wir verloren unsere Orientierung. Wir entschieden uns, den H√ľgel, auf dem schon vorhin mit Hadana kommuniziert wurde, anzusteuern, da wir ihn √ľber den Nebel aufragen sahen. Dort angekommen, fand uns wieder die bekannte M√∂we, aus der Hadana zu uns sprach. Sie gab uns weitere Details √ľber das angebliche Ritual der Fischd√§monen, welches angeblich in einer Unterwasserh√∂hle nahe der K√ľste stattfinde. Sie zeigte uns die Richtung, in die wir marschieren m√ľssten. Diese deckte sich vollkommen mit der von unseren Zauberkundigen gesehenen Richtung, aus der die Aura der Verderbnis in diesem Gebiet immer st√§rker wird. Wir nahmen an, dass die Quelle der Verderbnis bei diesem Ritual wohl im Einsatz war, vor allem, nachdem Hadana unseren Verdacht best√§tigte, diese Fischd√§monen h√§tten tats√§chlich den Kraken als Gott verehrt. Sie bot uns weiterhin an, dass sie uns sichere Rastpl√§tze auf dem Weg zeigen k√∂nne. Bevor wir uns von ihr zur K√ľste leiten lie√üen, untersuchten Adria und Ezuri noch die stehenden Steine auf dem H√ľgel, deren Magie aber anscheinend abgeklungen war seit des ehemaligen Magisters Ritual. Hadana behauptete, f√ľr diese Beruhigung verantwortlich zu sein.

Nach einem weiteren Tagesmarsch erreichten wir eine H√∂hle, die laut Hadana sicher √ľber der Flut l√§ge. Eine Inspektion der H√∂hle zeigte einen Gang, der sich nach unten schl√§ngelnd ins Meer m√ľndete. Wir hatten jedoch die Zuversicht, in diesem Gang einen notfalls verteidigbaren Engpass zu haben, und nutzten diese H√∂hle f√ľr unsere Rast.

Mitten in der Nacht wurden wir dann √ľberfallen. Vom landseitigen H√∂hleneingang kamen etliche Skelette, die wohl der S√§uberung der Bl√ľhenden Bucht entkommen waren, w√§hrend gleichzeitig aus dem Gang vom Meer einige dieser Fischd√§monen auftauchten. Wir erschlugen 8 Skelette (davon zwei mit komischen Pflanzen bewachsen), w√§hrend die drei D√§monen schwer verletzt entkommen konnten.

In einem Anflug von √úbermut entschlossen wir uns, in der H√∂hle weiter zu rasten, was sich als schwerer Fehler entpuppen sollte. Nur ein paar Minuten sp√§ter erreichten uns weitere der D√§monen, und ein weiterer Kampf brachte aus. Abgesehen von den drei verletzten von vorhin kamen noch zwei ausgewachsene Exemplare sowie ein Champion. Ich schreibe hier Champion, da dieses Wesen offensichtlich irgendwie‚Ķ ver√§ndert wurde. Es scheint, dass sie die gleiche Verderbnis, die das Land betrifft, irgendwie in diesen K√§mpfer geleitet hatten, was ihn betr√§chtlich z√§her und st√§rker als seine Kameraden machte. Vor diesen Exemplaren sei gewarnt, sie sind durch eine deutlich dunklere bis schwarze F√§rbung im Gegensatz zu ihren bl√§ulichen Kameraden zu erkennen. Ihre Haut wirkt auch deutlich schleimiger, was allerdings schwer zu erkennen ist, bevor man sie erschl√§gt. Da wir uns im ersten Kampf schon etwas erm√ľdet hatten, war dieser Kampf durchaus eine Herausforderung, aber keine, die wir nicht meistern konnten.

In der Nacht hatte Schwester Adria einen Traum, der direkt von Toshar zu kommen schien: An einem Strand suchen zwei Menschen, eine alte Frau und ein Mann mittleren Alters, letzterer vom Leben gezeichnet und so ähnlich gekleidet wie ein Pirat, etwas unbestimmtes und bemerken sich nicht gegenseitig. Als sie sich sehen, fletschen sie die Zähne, gehen aufeinander zu und ballen die Fäuste. Schwester Adria ist dann zu diesem Zeitpunkt aufgewacht, allerdings mit der Gewissheit einer göttlichen Vision, die solchen Träumen mehr Gewicht verleiht. Wir vermuteten allerdings, dass es sich bei der Frau um Hadana handeln könnte.

Am n√§chsten Morgen war Hadana nirgendwo zu sehen, und auch Kontaktversuche von Adria durch dieses angebliche ‚ÄúAuge der Hadana‚ÄĚ blieben erfolglos. So machten wir uns wieder auf den Weg, gef√ľhrt von der Magiesicht unserer Gruppe. Nach einiger Zeit die K√ľste entlang trafen wir schlie√ülich auf einen Anblick, den wir wohl nicht so schnell vergessen werden.

Die Schlacht an den Klippen

[Empfohlene Hintergrundmusik: Globus – Preliator https://www.youtube.com/watch?v=5q6skxRLnsI]

Auf den felsigen Inseln vor der K√ľste war eine wahre Schlacht im Gange. Auf einer Seite waren die Fischd√§monen, auf der anderen eine wilde Mischung aller m√∂glichen Tierarten. Diese waren gro√üteils V√∂gel, aber auch ein paar Landtiere hatten sich auf die Inseln gewagt, und sp√§ter konnten wir auch noch Fische entdecken, die in den Kampf eingriffen. Auch einige der nach dem Ritual getroffenen fliegenden Schleimmonster waren anscheinend auf Seite der Tiere aktiv. Letztlich konnten wir sp√§ter, anscheinend auf der Seite der Tiere, eine menschliche (oder menschen√§hnliche) Gestalt ausmachen, die wild gestikulierte und anscheinend irgendeine Art von Magie wirkte. Wir vermuten, dass es sich dabei um Hadana handelte, obwohl wir das nicht hundertprozentig best√§tigen k√∂nnen.

In der Mitte des Gefechts lag ein großes schwarzes Etwas, dass sich anscheinend an einer Insel verfangen hatte, und um das sich beide Parteien stritten.

Wir hatten ein bisschen Zeit, um das Geschehen zu beobachten, w√§hrend wir uns dem Ganzen n√§herten, bis wir an einem Punkt waren, wo das Festland endg√ľltig zu Ende ging und wir schwimmen mussten. Wir brauchten einen Plan.

Die Schlacht war zu chaotisch und mit zu vielen Teilnehmern, als dass wir sicher die Quelle erreichen konnten. Unser Plan war, Schwester Adria mittels Kerristrix‚Äô Magie unsichtbar werden zu lassen, um ihr zu erlauben, m√∂glichst unentdeckt die Quelle zu erreichen und den Sturmlord um Hilfe anzuflehen. Inzwischen w√ľrde der Rest von uns versuchen, in die Schlacht einzugreifen, um die K√§mpfer von Schwester Adria zuerst abzulenken, und sie sp√§ter besch√ľtzen zu k√∂nnen. Nachdem wir uns entsprechend ger√ľstet und vorbereitet hatten (Schwester Adria konnte in ihrem schweren Panzer kaum schwimmen und nahm somit dankend Fo‚Äôs leichtere R√ľstung entgegen) brachen wir alle auf, au√üer Kerristrix, der am Ufer zur√ľck blieb und unsere Ausr√ľstung bewachte. Was ich am Anfang als Feigheit seinerseits sah, stellte sich allerdings als Notwendigkeit heraus: Auch der erprobte Schwimmer Fo w√§re fast ertrunken, und dieser Unsichtbarkeitszauber ben√∂tigte seine volle Konzentration. W√§hrend wir uns fertig machten, zog ein Wind auf. Die Unterst√ľtzung des Sturmlords war uns gewiss, und so brachen wir auf ins Gefecht.

Schwester Adria ging voraus, obwohl wir in den aufgepeitschten Wellen sehr schnell das Platschen ihrer unsichtbaren Form aus den Augen verloren. Der Rest von uns versuchte so schnell wie m√∂glich aufzuholen. Letzten Endes waren Fo und Ezuri in den Nahkampf verstrickt und ich n√§herte mich erst der zentralen Insel, als das Wunder begann. Der Sturm wurde inzwischen heftiger, und das schwarze Etwas war als riesig und wurm√§hnlich zu erkennen – wohl ein Rest des erlegten Krakens. Aus dem Nichts tauchte Schwester Adria auf, schlo√ü die Augen und dr√ľckte die Wurzel an die Quelle. Blitze durchzuckten ausgehend von ihren H√§nden den toten Tentakel und Rauch stieg auf, der alle anderen anwesenden Kreaturen um Atem ringen lie√ü, Schwester Adria jedoch nicht ber√ľhrte. Auch die Tiere wandten sich inzwischen gegen uns. Der Sturm gewann weiter an Kraft, und ein Blitz schlug aus den Wolken in die Quelle ein. Diesmal wurden alle niedrigeren Kreaturen weggeschleudert, w√§hrend Schwester Adria, nach wie vor mit geschlossenen Augen, weiter dort stand.

Ein riesiger Fischd√§mon tauchte auf und schaffte es, seine Meute zu sammeln, die sich nun auf Schwester Adria zubewegten. Auch ich schaffte es, die zentrale Insel zu erreichen, mit Fo und Ezuri knapp hinter mir. Nur das Wirken des Sturmgottes durch sie konnte etwas erreichen, und es galt, sie um alles zu besch√ľtzen. So stellten wir uns todesmutig in den Weg der Horde.

Als immer weitere Blitze in die Quelle einschlugen, tauchte schlie√ülich auch der schattenhafte Schemen des Kraken selbst auf, der Schwester Adria aufzuhalten versuchte. Zwischen ihm, den herbeigeeilten Fischd√§monen und deren Anf√ľhrer, der Blitze auf uns schleuderte, hatten wir alle H√§nde voll zu tun, w√§hrend Adria noch immer unber√ľhrt dastand. Schlie√ülich wachte Schwester Adria aus ihrer Trance auf, schrie auf und streckte den k√ľrzlich erbeuteten Dreizack in den Himmel. Ein Blitz, heller und m√§chtiger als ich jemals gesehen hatte, fuhr in sie ein, und durch sie in die Quelle. Wir waren alle kurz geblendet, und sahen in unsere Augen hell eingebrannt kurz nur die Vision von Schwester Adria, wie sie mit einem Dreizack in der Hand, von Blitzen durchstr√∂mt und mit einer Krone auf dem Haupt √ľber einer sturmgepeitschten See schwob.

Drei Schreie weckten uns aus unserer Bet√§ubung. Der Triumphschrei unserer inzwischen hellhaarigen Ordensschwester sowie zwei Schmerzerf√ľllte: Einer vom Anf√ľhrer der D√§monen, der seine verbleibende Meute auf uns hetzte, und einer von der Figur, die wir als Hadana vermuten. Der Tentakel des Krakens war zerplatzt, und auch der Schemen des Unget√ľms war verschwunden. Wir (und alles andere in der N√§he) waren von Schleim bedeckt.

Wir versuchten noch, die Gegner etwas zu reduzieren, damit wir uns zur√ľckziehen konnten, was uns auch teilweise gelang. Nur der Anf√ľhrer stand noch, und schien von unseren s√§mtlichen Angriffen, inklusiver etlicher m√§chtiger Blitze, die auf ihn niederbrachen, unbeeindruckt. Es gelang uns nur mittels einer von Ezuri in einem g√ľnstigen Augenblick gez√ľndeten Magnesiumbombe zu entkommen.

Wir schwammen ums √úberleben an die K√ľste, diesmal allerdings auf dem k√ľrzesten Weg und damit nicht zu Kerristrix. Wir waren allesamt schwerst verletzt und ausgelaugt, und entschieden uns, das Gebiet schnellstm√∂glich zu verlassen. Fo war noch in brauchbarer Verfassung und meldet sich freiwillig, um Kerristrix zu holen. Wir vereinbarten als Treffpunkt den H√ľgel mit den stehenden Steinen, da dies ausreichend weit weg von der K√ľste sein sollte, und wir dort schon einmal Unterschlupf gefunden hatten. Kaum dort angekommen, st√ľrzten sich allerdings V√∂gel auf uns, und wir zogen uns schnellen Schrittes Richtung Norden zur√ľck. Ezuri wurde inzwischen von mir getragen, und erst, als wir den dichteren Hornwald erreichten, konnten uns die Biester nicht mehr folgen. Schwester Adria wandte schlie√ülich ihre letzte Kraft auf, um mit einem Windsto√ü die letzten Bestien zu zersprengen.

Wir zogen uns weiter in den Wald hinein zur√ľck, ehe wir in der H√∂hle, die uns schon auf dem Weg dorthin als Unterschlupf diente, rasteten. Dort fanden uns auch Kerristrix und Fo. Kerristrix konnte dem Sturm nicht widerstehen und hatte sich in die H√∂hle, in der wir am Vortag √ľberrascht wurden zur√ľckgezogen. Dort konnte ihn Fo von der Dringlichkeit eines Aufbruchs √ľberzeugen, doch leider konnten die beiden nicht unser ganzes Gep√§ck tragen. Sie fanden uns, wie schon erw√§hnt, im Hornwald. Wir erkannten, dass Ezuri und Kerristrix von einer schrecklichen Krankheit geplagt wurden und konnten sie heilen, jedoch nicht bevor diese Plage an ihren Kr√§ften gezehrt hatte. Mit nur einem Zelt und nicht ausreichend Feuerholz gestaltete sich schlie√ülich auch die R√ľckreise √§u√üerst anstrengend, jedoch schafften wir es alle zur√ľck.

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